Präventionsarbeit in Schulen

Die Präventionsarbeit des KPR findet bewusst schwerpunktmäßig in den Schulen statt. Über diesen Weg können wir möglichst viele Kinder und Jugendliche unmittelbar erreichen. Auch ist der Kontakt zu den Eltern als wichtiger Faktor in der Präventionsarbeit leichter herzustellen.

Die Schulen sind im KPR bereits ab den Grundschulen vertreten und bilden eine wesentliche Säule unserer Institution. Bereits in der Gründungsversammlung wurden die Themen „Drogen bei Kindern und Jugendlichen“ sowie „Gewalt, Ursachen und Einflussfaktoren auf  Kinder und Jugendliche“ als vordringlichste Projektinhalte ausgewählt.

Bei einer Schülerbefragung in der Hauptschule Saarburg im Jahr 1997 wurden 230 Schüler und Schülerinnen im Alter von 11-15 Jahren zum Thema „Sucht im Zusammenhang mit dem Freizeitverhalten befragt. Zweck der Befragung war, dass die Kinder und Jugendlichen durch die kritische Untersuchung des eigenen Umgangs mit Drogen eine bewusstere Einstellung zu dem Thema gewinnen. Überrascht haben die Ehrlichkeit und die spürbare Betroffenheit der Schüler zum eigenen Verhalten. Besonders kritisiert wurden die Zugänglichkeit von Alkohol an Kinder unter 16 Jahren sowie die Gleichgültigkeit vieler Eltern bezüglich des Alkohol- und Zigarettenkonsums ihrer Kinder. Im Rahmen des Unterrichts wurde intensiv auf die Ergebnisse der Befragung, deren Ursachen und mögliche Prävention eingegangen.

Auszug aus der Schülerbefragung der Hauptschule Saarburg




Als eines der Ergebnisse der Befragung wurde festgestellt, dass ca. 60 % der Jugendlichen in einem Verein tätig sind. Hieraus ergibt sich eine erhebliche Einflussmöglichkeit auf die Persönlichkeitsentwicklung der Heranwachsenden, die nach Elternhaus und Schule nicht verkannt werden darf.  Um den Funktionsträgern in Vereinen diese Verantwortung bewusst zu machen, wurden alle Vereine in der Verbandsgemeinde Saarburg insbesondere bezüglich des Umgangs mit alkoholischen Getränken angeschrieben und sensibilisiert.

 

Auch mit nachfolgenden Projekten und Aktionen waren wir immer wieder bemüht, die Problematik von Drogen in Erinnerung zu rufen und bei Jugendlichen, Eltern und Vereinen entsprechend zu sensibilisieren.

Zum Thema Gewalt wurde im November 1999 eine „Woche der Gewaltprävention“ im Schulzentrum Saarburg veranstaltet. Inhalt und Ziel der Veranstaltung war die Auseinandersetzung mit dem Thema Gewalt, insbesondere die verschiedenen Ursachen und Folgen von Gewalt sowie das Aufzeigen von entsprechenden Präventionsmöglichkeiten.

 

Bei den in die Veranstaltung eingebundenen Schülern war nach dem Projekt ein geändertes Verhalten im Umgang mit anderen festzustellen. Auch die angebotenen Schulungen für Lehrer im Umgang mit Gewalt wurden sehr positiv aufgenommen und waren für die weitere Praxis und die eigene Selbstsicherheit in Konfliktfällen äußerst hilfreich. Durch das Projekt haben sich diverse Folgeveranstaltungen ergeben, wodurch das Thema  auch in der Folgezeit fortgeführt wurde. Nicht zuletzt haben sich durch die Veranstaltung Kontakte ergeben, die es ermöglichen, bei aufkommenden Problemen effektiv und präventiv zu reagieren.

Beispiele weiterer Projekte der schulischen Präventionsarbeit:

·        PIT (Prävention im Team), Projekt zur Gewaltprävention in Kooperation mit der Polizei

·        PROPP (Programm zur Primärprävention)

·        Ausbildung zur Begleitung von Schülerstreitschlichtern

·        Pausenspiele für die jüngeren Schüler/Innen, „Bewegung und Spaß miteinander“

·        „Ohne Gewalt geht’s besser“, Projekt mit Jungen, bei denen eine große Gewaltbereitschaft besteht

·        Projekte zur Suchtprävention

·        Lehrerfortbildung und Schüler AG zum Thema „Mobbing in der Schule“

·        „Cool bleiben – fair handeln“, Parcours zur Gewaltprävention

·        Klassentage mit dem Ziel, die Kommunikations- und Beziehungsfähigkeit zu fördern, die Zusammenarbeit zu verbessern, Außenseiter zu integrieren und das Klassenklima zu verbessern

·        Projekte zu den Themen Okkultismus, HIV-Prävention, Berufsperspektive sowie Liebe, Freundschaft und Sexualität

Seit 1999 ist im Schulzentrum Saarburg für die dort ansässigen Schulen (Berufsbildende Schule, Hauptschule, Realschule) eine Stelle der Schulsozialarbeit eingerichtet, die unsere Präventionsarbeit fachlich unterstützt und in die tägliche Schulpraxis einbindet. Die Einrichtung dieser Stelle wurde vom KPR mit initiiert.

Die Schulsozialarbeit ist ein wichtiges Verbindungsglied in unserem Präventionsnetzwerk, durch welches wir bei Problemlagen den direkten Kontakt zu den Betroffenen herstellen und in gemeinschaftlicher Kooperation Lösungsmöglichkeiten erarbeiten können.