Merzkirchen

Inmitten des Saargaus und nur wenige Kilometer von der luxemburgischen Grenze entfernt liegt mit Merzkirchen der am stärksten landwirtschaftlich geprägte Ort der Verbandsgemeinde Saarburg. In dem Dorf mit seinen sieben Ortsteilen Dittlingen, Kelsen, Körrig, Merzkirchen, Portz, Rommelfangen und Südlingen (insgesamt mehr als 800 Einwohner) fühlt sich der Besucher mancherorts wie in eine andere Zeit versetzt: Nichts scheint die Ursprünglichkeit, die Ruhe und Weite dieses Landstrichs aus dem Takt bringen zu können.

Riesige Felder, Äcker und Streuobstwiesen bestimmen das Bild. Die häufig mit Matsch und Erde verschmutzten Straßen zeugen vom regelmäßigen Gebrauch durch Traktoren und andere landwirtschaftliche Fahrzeuge. Dabei hat der strukturelle Wandel längst eingesetzt: Von ehemals weit mehr als 20 Landwirten im Haupterwerb sind etwa zehn geblieben, einige Gewerbebetriebe haben sich angesiedelt. Mit fünf Höfen und allein 1000 Stück Vieh zählt der kleinste Ortsteil Rommelfangen die meisten landwirtschaftlichen Betriebe in Merzkirchen.

Ebenfalls in Rommelfangen wachsen in hunderten Reihen die Apfelbäume des Obstbauern Samson, einem der größten Obsthöfe in der Region. Bekannt ist Merzkirchen überdies für seine 13 Edelobstbrennereien, bei denen teilweise Verkostungen angeboten werden. Eine der sechs Edelobstbrennereien, die regelmäßig zum sogenannten Schaubrennen und Probieren einladen, hat sich über die Saargau-Gemeinde hinaus auch wegen eines weiteren gastfreundlichen Angebotes einen Namen gemacht: „Marys Herberge“ in Merzkirchen ist seit einigen Jahren – im wörtlichen Sinne – Anlaufstelle für etwa 20 Übernachtungsgäste. In der umgebauten Scheune empfängt Mary Hemmerling Wanderer und Pilger, die auf dem Jakobusweg entlang der Römerstraße unterwegs sind und in Merzkirchen einen Zwischenstopp einlegen.

Stark geändert hat sich das Bild von Merzkirchen im zurückliegenden Jahrzehnt durch die Flurbereinigung. Ein langwieriges Großprojekt, das Ortsbürgermeister Martin Lutz als „Segen für Merzkirchen“ bezeichnet. Neben einem „lupenreinen Kataster“ verfüge Merzkirchen dadurch über arrondierte Flächen und Parzellen, die sich teilweise über 1,5 Kilometer erstrecken. Während einer der Landwirte früher seine Flächen an 19 Stellen verteilt hatte, sind sie heute an drei Stellen konzentriert.

Auch die Neubaugebiete in Merzkirchen, Kelsen und dem größten Ortsteil Körrig haben ihres zum geänderten Erscheinungsbild der Ortsgemeinde beigetragen. Dem gegenüber stehen die für Merzkirchen typischen, renovierten alten Bauernhäuser. An Traditionen halten die Bewohner bis heute fest. So feiert jeder Ortsteil seine eigene Kirmes, pflegt die Dorfgemeinschaft und das Vereinsleben. „Ich bin hier daheim“, sagt Martin Lutz. Und wie er empfinden wohl viele Merzkirchener. 

Zur Internetseite der Ortsgemeinde: www.merzkirchen.de